Nowotny vergleicht Bitcoin mit der Tulpenblase



Quelle: diepresse.com
Die Cryptowährung Bitcoin sei „nicht ungefährlich“, so OeNB-Chef Ewald Nowotny. Die Notenbanken arbeiten aber schon an offiziellen Digitalwährungen.

Ewald Nowotny – REUTERS

Nationalbankchef Ewald Nowotny hat am Montag seine Kritik an der Cryptowährung Bitcoin bekräftigt. Bitcoin sei „nicht ungefährlich, weil es zu einer Bubble kommen kann“, so Nowotny. Das könnte sogar zu einer „Verunsicherung des gesamten Geldsystems führen, obwohl Bitcoin damit gar nichts zu tun hat“, sagte Nowotny am Rande der Volkswirtschaftlichen Tagung der Nationalbank in Wien. „Psychologisch ist das ein bisschen wie die Tulpenblase in den Niederlanden“, so Nowotny, der Paralellen zwischen der Bitcoin-Begeisterung und dieser ersten großen Spekulationsblase überhaupt sieht.

Tatsächlich beschäftigen sich die Notenbanken inzwischen sehr intensiv mit dem Thema Bitcoin und der dahinter liegenden Technologie Blockchain. Nowotny bekräftigte auch seine Kritik an der „Intransparenz“ von Bitcoin. Langsam zeichnet sich auch ab, wie die Notenbanken mit dem Thema umgehen wollen. So planen mehrere Zentralbanken schon ihre eigenen digitalen Währungen auf Blockchain-Basis, etwa die Bank of England oder einige asiatische Notenbanken. Im Unterschied zu Bitcoin soll das Vertrauen in diese Währungen nicht durch energieintensive Computerarbeiten gewährleistet werden, sondern durch das bereits vorhandene Vertrauen in die bestehenden Institutionen der Notenbanken.

„Eine relevante Ergänzung“

Derartige digitale Währungen seien zwar „kein Ersatz für Bargeld“, so Nowotny. „Aber es kann sein, dass das eine relevate Ergänzung ist. Ein von Notenbanken und dem öffentlichen Sektor kontrolliertes System, wie es etwa Bitcoin nicht ist.“

Die Notenbanken würden sehr langfristig planen, so Nowotny. Daher müsse man sich auch mit neuen technologischen Entwicklungen beschäftigen. Es sei aber noch ein weiter Weg bis zu etwaigen offiziellen digitalen Währungen, hinter denen die Notenbanken stehen. „Es braucht eine Fülle von rechtlichen Regelungen. Man kann jetzt noch nicht sagen, wann das zum Einsatz kommt.“