Nach „Betrug“-Sager: JPMorgan liebäugelt nun doch mit Bitcoin

 

 

 

 

 

 

Quelle: diePresse
23.11.2017 um 13:43

 

Die US-Großbank JPMorgan fährt einen Zick-Zack-Kurs in Sachen Bitcoin: Noch vor zwei Monaten nannte Chef Jamie Dimon die Digitalwährung „Betrug“, sie sei etwas für „Drogendealer“ oder „Mörder“. Nun kann man sich dem Sog offenbar doch nicht ganz entziehen. Dem „Wall Street Journal“ zufolge erwägt JPMorgan, ihren Kunden Spekulationen auf den Bitcoin-Preis zu ermöglichen. Konkret geht es um Future-Kontrakte, die die Terminbörse Chicago Mercantile Exchange (CME) Ende Oktober angekündigt hat. Bereits am 10. Dezember sollen die Bitcoin-Futures angeboten werden.

Aber auch schon jetzt bietet JPMorgan einen Zugang zu Bitcoin an: Bereits kurz nach Dimons Wut-Rede wurde bekannt, dass die Bank in Schweden börsengehandelte Papiere kaufte, die den Bitcoin-Preis abbilden (Bitcoin XBTE). Selbst Dimons Tochter investierte bereits in die umstrittene Digitalwährung, wie der Bank-Chef mitteilte: „Der Kurs ging hoch und jetzt denkt sie, sie ist ein Genie“.

Er selbst glaubt, dass der Kur durchaus noch auf 20.000 Dollar steigen könne, „bevor alles in die Luft fliegt“. Erst kürzlich knackte Bitcoin die 8000-Dollar-Marke, 10.000 Dollar seien heuer noch drin, meinen Analysten.

Deutsche Bundesbank: „Bitcoin ist Spekulationsobjekt“

Mit dem Hype um Bitcoin melden sich auch immer öfter Stimmen zu Wort, die eindringlich vor Kryptowährungen warnen. „Bitcoin ist kein Geld, sondern ein Spekulationsobjekt“, schrieb etwa der deutsche Bundesbank-Vorstand Carl-Ludwig Thiele in einem Gastbeitrag für den Ifo-Schnelldienst. Virtuelle Währungen könne man nicht verwenden, sondern nur tauschen. „Sie sind frei erfunden und vermehren sich nach einem festgesetzten Schema in virtuellen Systemen, die formal durch Mehrheitsentscheidung der Nutzer, faktisch aber nach dem Belieben einer kleinen Gruppe geändert werden können“. Mangels Wertbasis sei der Preis für Bitcoin praktisch beliebig bis hin zum Totalverlust.