Bitcoin: Kommt der vierte Hype der Internetwährung?

Ausblick

Die Kryptowährung hat bislang ein sehr turbulentes und gleichzeitig sehr erfolgreiches Jahr hinter sich. Geht der Internetwährung nun die Luft aus oder kommt es zu einer vierten Welle der Euphorie?

Von Christos Maloussis*
19.05.2017 10:53

Bitcoin legte im vergangenen Jahr eine gigantische Performance von +125 Prozent hin. Doch den Turbo zündete die Kryptowährung erst kurz vor Jahresende, der bis in die erste Handelswoche 2017 hineinreichte.

Die Bewegung von knapp 800 Dollar im Dezember bis auf 1150 Dollar im Januar in gerade einmal 12 Handelstagen wurde getragen von hohen Handelsvolumen in China. Doch genau wie im Jahr 2013 setzte die chinesische Zentralbank dem Hype ein jähes Ende. Durch Ankündigung strengerer Kontrollen fiel die Internetwährung bis auf 750 Dollar zurück.

Entscheidung um die ETF Zulassung

Schon seit 2013 arbeiteten die Winklevoss Zwillinge, bekannt durch ihre Klage gegen Facebook Gründer Mark Zuckerberg, an der Genehmigung des ersten Bitcoin ETFs durch die U.S. Securities Exchange Commission (SEC). Eine Zulassung als ETF hätte Bitcoin auch für institutionelle Anleger, die nur SEC zugelassene Produkte handeln dürfen, als Anlageklasse ermöglicht.

Diese Fantasie trieb den Kurs Anfang März auf ein neues Allzeithoch von 1330 Dollar. Doch die SEC lehnte die Zulassung am 11. März ab und der Bitcoin-Kurs fiel innerhalb weniger Tage wieder bis auf 940 Dollar.

Japan akzeptiert Bitcoin

Ende März war die stärkste Bewegung in diesem Jahr zu verzeichnen. Ausgehend von 940 Dollar Ende März verdoppelte sich der Wert eines Bitcoin auf ein neues Allzeithoch von 1886 Dollar vergangene Woche. Diese dritte Welle ist unter anderem getragen von der Entscheidung Japans, Bitcoin als offizielles Zahlungsmittel zu akzeptieren.

Die eigentliche Kursexplosion kam allerdings am 24. April. Dies, nachdem die SEC auf Antrag der Börse (Bats BZX) bekanntgab, die Zulassung des Winklevoss ETFs erneut zu prüfen.

Folgt nun die vierte Welle?

Am 15. Mai lief die Frist der SEC zum Einreichen von Gründen für oder gegen den Bitcoin ETF aus. Ab jetzt könnte die U.S. Behörde jederzeit neu über die Zulassung entscheiden. Sollte dieses Mal grünes Licht für den ETF gegeben werden, könnte die stärkste und nachhaltigste Bewegung im Bitcoin starten. Fonds und Vermögensverwalter würden viel frisches Geld in die Internetwährung spülen.

Die erste Reaktion würde uns ohne Anstrengung über die Marke von 2000 Dollar bringen. Zum Jahresende wäre ein Kursziel von 3000 Dollar möglich. Sollte die Zulassung jedoch erneut untersagt werden, würde die gesamte Luft, die Bitcoin in diesem Jahr Auftrieb gegeben hat, wieder aus dem Kurs rausgelassen werden. Ein kurzfristiger Absturz auf die Unterstützung von 1000 Dollar je Bitcoin wäre zu erwarten.

Fazit

Trotz der jüngsten Kursexplosion ist Bitcoin nach wie vor ein Nischenprodukt. Eine Zulassung als ETF würde das Handelsinstrument jedoch einer breiten Öffentlichkeit zugänglich machen. Trotzdem bleiben Bitcoins aus meiner Sicht äusserst spekulativ und hochvolatil ohne zugrunde liegenden realen Gegenwert.

Die Kursentwicklung orientiert sich an der Erwartungshaltung der Spekulanten, sodass ein Engagement in die Kryptowährung in erster Linie von der eigenen Risikobereitschaft abhängen sollte.

*Christos Maloussis ist Market Analyst bei der IG Bank